Kulturreferat für Oberschlesien

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Datum

24. September 2023
Abgelaufen!

Uhrzeit

15:00 - 17:30

Preis

0,00

Deutschlandpremiere: „Ulitzka – Der ungekrönte König Oberschlesiens“

„Ulitzka – Der ungekrönte König Oberschlesiens“ feiert am 24. September 2023 seine Deutschlandpremiere. Mit seinem Werk setzt Regisseur und Produzent Adrian Szczypiński einer der bedeutendsten und einflussreichsten Persönlichkeiten Oberschlesiens des 20. Jahrhunderts ein filmisches Denkmal.

Prälat Carl Ulitzka (1873-1953) wurde in Jernau/Jaroniów im Kreis Leobschütz/Głubczyce geboren und verbrachte seine Jugend und den größten Teil seines Erwachsenenlebens in Ratibor/Racibórz. Er war Pfarrer, Prälat, Führer der größten Partei Oberschlesiens, preußischer und Reichsabgeordneter, politisch bedeutendster katholischer Geistlicher Ostdeutschlands, ungekrönter König der Provinz Oberschlesien. Nach 1933 als „Polenfreund” verfolgt, verhaftet, zweimal gezwungen, Ratibor zu verlassen. Schließlich in der Zeit der Volksrepublik Polen aus dem historischen Gedächtnis getilgt, vergessen und zum „Polenfresser” degradiert. Ein tragischer Oberschlesier, Opfer zweier Totalitarismen, ein Kind seiner Zeit. Die Deutschen hielten ihn für einen Freund der Polen, die Polen sahen in ihm nur einen Verbündeten Deutschlands. Vor allem aber war er ein Oberschlesier, der seinen deutsch- und polnischsprachigen Mitbürgern stets mit gleichem Respekt und gleichem Einfühlungsvermögen begegnete. Mit einem Wort: der ideale Held für einen Dokumentarfilm, zumal sein Werk und seine Geschichte trotz der fundierten und objektiven historischen Forschung zur Geschichte Oberschlesiens in Deutschland und Polen heute fast nur noch Experten, aber kaum noch Oberschlesiern in und außerhalb Oberschlesiens bekannt sind.

Dazu der Regisseur und Produzent: „Deshalb habe ich mich daran gemacht, einen Film zu drehen, der an diese große Persönlichkeit erinnert. Ich mag Themen, die nicht offensichtlich sind, die nicht populär genug sind oder zu eindeutig behandelt werden. Es macht keinen Sinn, aufzustehen, um mit einer Kamera eine Geschichte zu erzählen, die bereits bekannt ist und auf das Niveau von Touristenbroschüren gebracht wurde. Es lohnt sich vor allem auch Themen und Figuren aufzugreifen, die mit dem bestehenden Stadtbild in Verbindung gebracht werden können.“ Und gerade in Ratibor hat Ulitzka viele Spuren hinterlassen.

Adrian Szczypiński, geb. 1974, Einwohner von Ratibor, Film- und Geschichtsliebhaber, seit 1997 TV-Produzent beim Lokalfernsehen Ratibor, seit 2011 Autor von Dokumentarfilmen, u. a. über die Geschichte der Ratiborer Kinos, den Psinka-Kanal, das Denkmal der polnischen Mutter, das Weingut Przyszkowski, die St. Nikolaus-Kirche, die Kirche der Heiligen Jungfrau Maria, die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit u. v. m.

Ein Kooperationsprojekt der Stiftung Haus Oberschlesien, des Oberschlesischen Landesmuseums, der Landsmannschaft der Oberschlesier Bundesverband e.V., der Partnerschaftsinitiative Leverkusen-Ratibor e.V. und des Bundes Ratibor Stadt und Land e.V., der Stadt Leverkusen und der KulturStadtLev – Stadtarchiv anlässlich des 150. Geburtstages von Pfarrer Carl Ulitzka.

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